Sollen junge Entrepreneurs eine Genossenschaft gründen?

Ohne es zu wissen, wurde die Mobility Genossenschaft 1987 zur Vorreiterin des heutigen Sharing Trends.

 

Im Kanton Bern können Gymnasiasten im Freifach «Youngpreneurs» Unternehmensgründer werden. Die Idée Coopérative unterstützt diese Initiative. Ihr Mitglied, die Mobility Genossenschaft, war im Impact Hub Bern in einem Modul dabei, um mit den Startups über die Chancen einer Genossenschaft zu sprechen.

Als Beispiel diente Mobility als Carsharing-Anbieter, der selbst als Startup angefangen hat. Weil damals ein Auto zu teilen statt zu besitzen nicht möglich war, hat eine Gruppe von sieben Leuten kurzerhand einen eigenes Geschäftsmodell kreiert. Um den Nutzen und die hohen Anschaffungskosten unter den Mitgliedern zu teilen, fiel die Wahl auf eine Genossenschaft. 

Vielen Youngpreneurs war neu, dass eine Genossenschaft auch im Falle eines enormen Firmenwachstums geeignet ist. Bei Mobility kommen die heute 70'000 Genossenschafter in den Genuss von über 3000 Fahrzeugen, die spontan per App jederzeit gebucht werden können. So wurden aus tatkräftig mitarbeitenden Genossenschaftsgründern heute Teilhaber, die eine funktionierende Firma mit über 200 Mitarbeitern steuern.

In der Diskussion mit den Youngpreneurs wurden die Rechte und Pflichten der Genossenschafter sowie die Vorteile von gleichwertigen Teilhabern besonders diskutiert. Viele Youngpreneurs wollen in ihren Unternehmen auch Nachhaltigkeit verankern und haben sich gefreut, dass im Genossenschaftszweck diese Ziele ihren Platz haben. Vor allem konnte den Youngpreneurs Mut gemacht werden, sich für eigene Unternehmen und ein «anderes Wirtschaften» einzusetzen.