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Genossenschaftsmonitor 2024

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Im Januar 2020 publizierte die Idée Coopérative Genossenschaft den ersten Genossenschaftsmonitor. Hinter dieser Initiative stand die Erkenntnis, dass Genossenschaften, obwohl seit jeher tief in der Schweizer Geschichte verwurzelt, in der öffentlichen Wahrnehmung sowie in gesellschaftlich-politischen Diskussionen eher im Hintergrund agieren. Der zweite Genossenschaftsmonitor von Idée Coopérative Genossenschaft und FehrAdvice & Partners AG zeigt relevante Entwicklungen der Unternehmensform Genossenschaft seit 2020. Mit dem zweiten Genossenschaftsmonitor können wir zeigen, wie sich die Genossenschaft seither entwickelte und wie sie sich zu aktuellen Anliegen, Freuden und Sorgen sowie Herausforderungen stellen, welche die Genossenschaften und ihre Mitglieder bewegen.

 

Die Genossenschaften sind besonders stark in der Kooperationsbereitschaft und Identifikation ihrer Belegschaft und ihr Beitrag zur Wirtschaft und zum Arbeitsmarkt in der Schweiz sind unverkennbar. Die Genossenschaften setzen ihre Alleinstellungsmerkmale wie etwa gesellschaftliche Verantwortung, Partizipation und Nachhaltigkeit heute viel effektiver in die Praxis um als früher. In Bezug auf Management, Governance und Anpassung an aktuelle Trends stehen die Genossenschaften in der Schweiz vor besonderen Herausforderungen. Die Zukunftsfähigkeit der Genossenschaften hängt davon ab, ob sie sich an veränderte Bedingungen anpassen können und ihre Alleinstellungsmerkmale weiterhin wirksam zu nutzen wissen.


Hier sind die acht Erkenntnisse:

1) Wirtschaftliche Kraft aus dem Kleinen

Obwohl Genossenschaften nur 1% der Unternehmen in der Schweiz ausmachen, beschäftigen die zehn grössten Genossenschaften 4% der Erwerbstätigen und tragen 11% zur Wirtschaftsleistung (BIP) bei. Die meisten Genossenschaften sind klein oder mittelgross. Trotz eines Rückgangs der Gesamtzahl werden weiterhin regelmässig über 100 neue Genossenschaften pro Jahr gegründet.


2) Städtische Präsenz und Branchendominanz

Genossenschaften sind in allen Landesteilen vertreten, mit einer zunehmenden Konzentration in städtischen Gebieten. Dieser Trend wird durch die Popularität von Wohnbaugenossenschaften, die Wohnraumknappheit und die wirtschaftlichen Vorteile der Stadt verstärkt. Historisch gewachsene Stärken der Genossenschaften in weiteren Branchen wie Detailhandel, Finanzwesen, Energie, Land- und Forstwirtschaft und Wohnbau bleiben dominant, während Genossenschaften in anderen Bereichen wie Tourismus, Gastronomie, Sport und Dienstleistungen für die genossenschaftliche Unternehmensform tendenziell an Bedeutung einbüssen.


3) Selbstbewusstsein und Zukunftsfähigkeit

Genossenschaften setzen ihre Alleinstellungsmerkmale konsequenter um als früher. Sie stehen unter zunehmendem Druck, was Gewinnerwartungen und Planungshorizonte betrifft. Ihre Kernprinzipien werden als zukunftsfähig angesehen. Sie zeichnen sich durch ein hohes Mass an Managementqualität aus, wobei mittelgrosse Genossenschaften in dieser Hinsicht vor neuen Herausforderungen stehen, wie beispielsweise in der Organisation, in der Verfolgung unternehmerischer Leistungen oder beim regelmässigen Überprüfen der unternehmerischen Zielerreichung.


4) Identifikation und Kooperation als Stärke

Die Mitarbeitenden in Genossenschaften zeichnen sich durch hohe Kooperationsbereitschaft und starke Identifikation mit ihren Arbeitgebern aus (konstant hohe Werte von über 90 aus 100). Diese Merkmale verbessern sich sogar. Während die Bedeutung der Gewinnorientierung für Genossenschaften als Unternehmen wächst, ist sie für die Mitarbeitenden kein wesentliches Alleinstellungsmerkmal für die Genossenschaften als Arbeitgeber.


5) Governance: Grösse bestimmt den Kurs

Die Governance-Strukturen variieren stark zwischen grossen und kleinen Genossenschaften. Während grosse Genossenschaften eine strenge Governance mit zahlreichen Führungsmitteln aufweisen, ist die Governance in kleinen Genossenschaften ausbaufähig. Die Herausforderungen der Genossenschaften bestehen hier beispielsweise in der zeitigen Nachfolgeplanung für Geschäftsführung und Verwaltung.


6) Frauenförderung und Flexibilität im Fokus

Die GovernGenossenschaften bieten zunehmend Home-Office-Möglichkeiten an. So bieten nun 75,1% der Genossenschaften die Möglichkeit zum Home-Office an. 2020 waren es mit 33,5% nur fast halb so viele. Ausserdem fördern die Genossenschaften die Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt und die Förderung zeigt Wirkung: Frauen machen einen immer grösseren Anteil der Belegschaft (Zuwachs von 36,6% auf 40,6%) und der Führungskräfte der Genossenschaften aus (Zuwachs von 26,1% auf 33,7%).


7) Nachhaltigkeit als Leitmotiv

Nachhaltigkeit ist das dominierende Thema für Genossenschaften und wird heute aktiver bearbeitet als 2020. Auch bei zahlreichen anderen aktuellen Themen ist das Engagement der Genossenschaften deutlich gestiegen.


8) Optimismus trotz Herausforderungen

Die Zukunftsstimmung unter den Genossenschaften ist überwiegend positiv: die Freuden überwiegen die Sorgen. Die Differenzierung zwischen grossen und kleinen Genossenschaften erfordert jedoch Aufmerksamkeit in vielerlei Hinsicht, wie auch eine mögliche Marginalisierung der Genossenschaften in der Gesellschaft.

 






Genossenschaftsmonitor 2020



Der Genossenschaftsmonitor 2020 zeigt im Auftrag der Idée Coopérative die Bedeutung von Genossenschaften in der Schweizer Volkswirtschaft und Gesellschaft auf. Er gewährt eine spannende, bisher unbekannte Innensicht auf die Genossenschaften und leistet so einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Diskussion zum Genossenschaftswesen in der Schweiz.

Genossenschaften sind in der Schweizer Wirtschaft und Bevölkerung historisch verwurzelt und beliebt. Trotz dieser Tatsache, und obschon sie einen bedeutenden Beitrag zum Wohlstand und zum Funktionieren der Schweiz leisten, sind Genossenschaften in der öffentlichen Wahrnehmung sowie in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion noch wenig präsent. So zeigt die aktuelle Auswertung einer breiten Umfrage zum Beispiel eindrücklich auf, dass Genossenschaften schon heute die Zukunft praktizieren, indem sie langfristige unternehmerische Ziele verfolgen. Was Genossenschaften in der Schweiz auszeichnet:

Genossenschaften bleiben Eidgenossen:

Sie sind stabil und im ganzen Land verbreitet.


Genossenschaften praktizieren Zukunft heute:

Sie verfolgen langfristige unternehmerische Ziele.


Genossenschaften sind unverzichtbar:

Sie sind ein wichtiger Motor für die Wirtschaft.


Genossenschaften pflegen enge Beziehungen:

Mitglieder, Mitarbeiter und Kunden haben etwas zu sagen.


Genossenschaften sind frauenfreundlich:

Sie mobilisieren die «Stille Reserve» des Arbeitsmarktes.


Genossenschaften übernehmen Verantwortung:

Sie engagieren sich für die Gesellschaft.


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