Genossenschaftliche Idee steht auf dem Lehrplan 21

©éducation21 | Illustration: Atelier C, Claudine Etter

 

Im Rahmen des Vertiefungsseminars von Bildung für Nachentwicklung (BNE) an der Pädagogischen Hochschule Bern konnte Henrik Schoop, Geschäftsführer der Idée Coopérative, die genossenschaftliche Idee den angehenden Gymnasiallehrer und -innen präsentieren und in eine Diskussion eintreten. Die Bedeutung von BNE wird immer wichtiger. Mit den siebzehn Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 hat die Staatengemeinschaft UNO eine klare Vorgabe für die Weltgemeinschaft bis 2030 gegeben. Seit den 90er Jahren führt der Bundesrat eine Strategie der Nachhaltigen Entwicklung, die jährlich aktualisiert wird. Im kürzlich eingeführten Lehrplan 21 für die obligatorische Schule wurde BNE als Querschnittsthema eingefügt. In der angelaufenen Revision des Rahmenlehrplans für Maturitätsschulen soll BNE mit verbindlichen Vorgaben gestärkt werden. Er soll schon 2022 in Kraft treten. Die Kinder und Jugendlichen sollen befähigt werden, eigenständig und im Zusammenwirken mit anderen wirksame Beiträge zu einer Nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

Hier setzte das Referat an. Die Genossenschaft ist ein wirksames Mittel, um zum Erreichen dieser Ziele beizutragen. Denn die Genossenschaften sind auch im 21. Jahrhundert, gerade in Zeiten des Umbruchs, des Wandels, der Krisen, wertbasierte Zukunftsunternehmen. Wo ein bestimmter Nutzen oder eine Not einer Gemeinschaft lokal befriedigt werden muss, wo das aber nicht durch private Initiative oder durch die öffentliche Hand gewährleistet wird, ist die Genossenschaft eine echte Alternative. Durch die lokale Verankerung, die demokratischen Entscheidungsprozesse, den nachhaltigen Finanzen (Gewinnoptimierung statt Gewinnmaximierung) und durch die Nutzenschaffung für verschiedene Anspruchsgruppen steuern die Genossenschaften einen wichtigen Beitrag für die Nachhaltige Entwicklung bei. Bereits haben sich Genossenschaften in neuen Aufgabenfeldern wie der Versorgung mit Alternativenergien (z.B. Biogas, Solar- und Windenergie) sowie im Bereich der erweiterten regionalen Zusammenarbeit (Verkehr, Wasseraufbereitung, Kehrichtverwertung, Kreislaufwirtschaft) gebildet.

www.education21.ch/de/bne
Zum Buch "Allgemeine Didaktik einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung"
Der Autor des Buches, Robert Unteregger, Mitgründer der Stiftung Zukunftsrat und der Baustelle Zukunft und seit 2016 Dozent für BNE am IS2 der Pädagogischen Hochsschule Bern, legte im Dezember 2018 mit der Allgemeinen Didaktik einer BNE erstmals ein durchdachtes Konzept für eine BNE-Didaktik vom Kindergarten bis ins Gymnasium vor. Kern der Didaktik ist eine BNE-spezifische Handlungsstruktur, die von Kindern und Jugendlichen stufengerecht und wohl dosiert über die ganze Schulzeit eingeübt werden kann. Die Lernenden lernen so, eigene Beiträge für eine NE zu entwickeln und einzubringen.

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