Mitgliederportrait: Die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ)

Portrait | 08.12.2020

Die ABZ ist die grösste gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft der Schweiz mit über 5000 Wohnungen im Grossraum Zürich. Wieso ihr Angebot in einer der teuersten Regionen der Welt auf grossen Anklang stösst, erklärt CEO Hans Rupp im Interview.

Was ist der Gründungsursprung Ihrer Genossenschaft?
Die ABZ stammt aus einer Zeit grösster Wohnungsnot: Arbeiter und ihre Familien hausten im Zürich des frühen 20. Jahrhunderts oft unter menschenunwürdigen Bedingungen. Also taten sie sich zusammen, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, und gründeten 1916 die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich. Sie sammelten Mitglieder und Geld, so dass bereits 1921 die ersten Wohnungen gebaut werden konnten.

Was ist der USP der ABZ?
Wir bieten bezahlbaren, gemeinschaftlichen Wohnraum in der teuersten Stadt der Welt. Und dies für Menschen unterschiedlichster Herkunft. Seit über 100 Jahren ist dieses Angebot sehr gefragt. Wir entwickeln es ständig weiter und passen Wohnungen und Dienstleistungen den sich ändernden Bedürfnissen an. Zum Beispiel mit digitalen Services, mit Prozessen zum Einbezug unserer Mitglieder und mit immer nachhaltigeren Bauten.

Worauf sind Sie besonders stolz?
Auf unsere umfassende Strategie zur Digitalisierung: Wir haben als erste Wohnbaugenossenschaft eine App entwickelt, die es unseren Bewohnenden erlaubt, viele Angebote rund um die Uhr zu nutzen. Zum Beispiel Reparaturmeldungen, Reservationen oder eine Pinnwand zum Austausch mit den Nachbarn. Die App ist mit unserer ERP-Datenbank verbunden, so dass alle Daten ohne Medienbruch an einem Ort zusammenkommen. Das macht es möglich, auf neue Entwicklungen schnell reagieren zu können.

Besitzen Sie eine spannende oder historische Trouvaille in Ihrem Genossenschaftsarchiv, die Sie uns zeigen können?
Ich bin selber in der ABZ aufgewachsen. Schon als Kind holte ich an diesem Brunnen an der Regensbergstrasse in Oerlikon Wasser für unseren Sandkasten. Das Mädchen mit der Gans wurden vom Bildhauer Luigi Zanini erschaffen und 1947 in Betrieb genommen – der Brunnen steht heute noch. Diese Langfristigkeit unserer Arbeit ist mit wichtig: Sie generiert Heimat, Identität.

Wieso können Sie die Mitgliedschaft auch anderen Genossenschaften empfehlen?
Die Herausforderungen in der heutigen Welt kommen schnell und sie sind komplex. Wir brauchen ein vorausschauendes, vernetztes Denken und Handeln, um langfristig bestehen zu können. Darum müssen wir uns austauschen, über den Tellerrand und die eigene Branche – hinaus Trends und Best Practices kennen. Für Genossenschaften und ihre spezifischen Anliegen ist die Idée Coopérative die einzige schweizweit tätige Organisation, welche diese Vernetzung leistet. Dabei ist sie zugleich nahbar und agiert am Puls der Zeit.

Name: Hans Rupp
Position: CEO

www.abz.ch